Hochkarätige Darbietungen aus allen Genres des Kabaretts
Zum 40. Mal ging das „Salzbrettl“ unter der Ägide des Kulturvereins Freilassing über die Bühne. Organisiert von Peter Knoll verwandelte sich die Aula der Berufsschule erneut in einen Ort für Kabarett, Musik, Tanz und Clownerie. Zwölf Künstlerinnen und Künstler sorgten für ein mehr als vierstündiges, abwechslungsreiches Programm – von feinsinnig bis schrill, von witzig bis nachdenklich.
Lenz Berger eröffnete mit pointierten Alltagsbeobachtungen auf bairisch. In gewohnt humorvoller Manier spannte er den Bogen von Tippfehlern in E-Mail-Adressen über das Verhältnis der Bayern zu den „Preußen“ bis hin zu Mehrdeutigkeiten der deutschen Sprache. Auch Donald Trump und das Älterwerden bekamen ihr Fett weg. Berger spielte mit Erwartungen und Doppeldeutigkeiten – das Publikum antwortete mit Lachsalven.
Für rasante Umbauten sorgte Toni Neuer, der gemeinsam mit Techniker und Falco-Imitat Murat Deneri als Mozart auftrat. Gastgeber Peter Knoll führte nicht nur durch den Abend, sondern brachte traditionell auch Lokalpolitik auf die Bühne. Doch diesmal stieß dieser Teil auf Widerstand: Als Knoll dann ankündigte, auf politische Beiträge zu verzichten, reagierte ein Teil des Publikums mit demonstrativem Applaus. Auch Knolls Kritik an Wahlplakaten fand wenig Zustimmung. Ein Besucher verließ bei der Vorstellung eines Landratskandidaten den Saal. Knoll nahm es professionell, stellte fest, „Wahlkampf ist eben nicht lustig“, und erinnerte dennoch an die Bedeutung demokratischer Beteiligung: „Gehen Sie wählen.“
Faschingsmäßig wurde es beim Einzug der Prinzengarde der Faschingsfreunde Blau-Weiß-Kammer. Peter Knoll erhielt den Faschingsorden 2026, bevor das Prinzenpaar Nicolas I. und Simy II. mit aufwändig choreografierten Tänzen – im zweiten Teil unterstützt von einem (verkleideten) Kaminkehrer als Glücksbringer auf „Chim chim cher-ee“ – für farbenfrohe Unterhaltung sorgte.
Mit 2,07 Metern Körpergröße sinnierte Jonas Greiner aus Thüringen als „größter Kabarettist Deutschlands“ über Lehrer- und Ärztemangel, die „freiwillige Wehrpflicht“ und Gedankenspiele à la Günther Jauch im Schützengraben. Zwischen Notre Dame, Ulmer Münster und Sagrada Familia landete er schließlich augenzwinkernd in Freilassing – zwischen „Schiffmoning und Pendelhagen“ – und fand sich flunkernd in der Red-Bull-Arena wieder, jedenfalls für seine Klassenkameraden.
Clownesk und akrobatisch präsentierte sich das Duo RigoL & tOrF mit einer Mischung aus Slapstick und Tanz mit einem Teppichkehrer, sowie sportlich-komischer Einlage auf dem Hometrainer. Curd & Eugen von Groeningen, „zwei dreieiige Zwillinge“, erinnerten mit ihrem Humor an klassische Komikerduos.
Musikalisch glänzte die vielseitige Künstlerin Anna Knott gemeinsam mit Pianistin Janina Madeleine Wiesbacher. Ihr musikalisches Kabarett reichte von einer Persiflage auf Zwölftonmusik über Sprachspiele bis zu raffiniert inszenierten und harmonisierten Liedern wie „Ich bin so unmusikalisch“ oder „Er klatscht auf die 1 und die 3“ (Wise Guys) und „Das letzte Stück“, das immer fehlt (von Bodo Wartke). Geistreich und stimmlich, sowie pianistisch virtuos, wechselten sie zwischen Parodie und Präzision – ein Höhepunkt des Abends.
Heimspiel hatte auch Stefan Schimmel mit Gitarrist Volker Schach. Mit Selbstironie, Wortwitz und musikalischen Parodien begeisterte er das Publikum. Ob „Staying Alive“ als Lebenshilfe oder die Austro-Pop-Battle gegen deutsche Schlagergrößen – die Akklamation entschied klar zugunsten von Ambros, Danzer oder Falco. Unnachahmliche Parodien – zum Brüllen komisch.
Den kraftvollen Schlusspunkt setzte die „Monaco-Bagage“ aus München. Mit Gstanzln, bissigen Dialekttexten und kunstvollen Arrangements auf ihren zahlreichen Instrumenten begeisterte das Ensemble. Besonders eindrucksvoll: „Die Königin, die lacht“ als Parodie auf die „Königin der Nacht“, trotz Parodie unglaublich virtuos gesungen von Miene Costa mit instrumentalen Opernzitaten aus Carmen und Orpheus aus der Unterwelt bis zur Bonanza-Melodie. Mit „Gemma, gemma“ und einer rhythmischen „We will rock you“-Zugabe verabschiedeten sie sich.
Mit großem Dank an Helfer und Sponsoren endete das Jubiläums-Salzbrettl – vielfältig, unterhaltsam und wieder einmal sehr erfolgreich.
Bericht und Fotos: Brigitte Janoschka
Die Prinzengarde der Faschingsfreunde Blau-Weiß-Kammer mit dem Gardetanz von Prinz Nicolas I. und ihrer Lieblichkeit Simy II., sowie dem Kaminkehrer (vorne).
Emmeran Heringer (links) und Stefan Pillokat traten als Duo RigoL&tOrF auf.
Kabarettist Jonas Greiner
Sängerin Anna Knott und Pianistin Janita Madeleine Wiesbacher sorgten für niveauvolle, spritzig-musikalische Unterhaltung.
Stefan Schimmel mit Volker Schach an der Gitarre begeisterte ein weiteres Mal mit seinem Witz – hier bei “Staying alive” und einem “wiederzubelebenden” Besucher auf dem Boden.
Organisator Peter Knoll (links) bedankt sich beim Technik-Team, Murat Deneri/Falco und Toni Neuer/Mozart.
Die Band “Monaco Bagage” – einfach umwerfend, professionell und energiegeladen













