Wirtschaft

Neubeuern: Haushalt und Bauvorhaben

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Rückblick und Zukunftsaussichten, verbunden mit den aktuellen Aufgaben der Verwaltung, prägten die Ausführungen von Bürgermeister Christoph Schneider bei der Beratung des anstehenden Haushalts. Das Gesamtvolumen beträgt etwas mehr als 19 Millionen Euro.

Der Bürgermeister verwies auf die umfangreichen Investitionen der vergangenen Jahre, auf aktuelle Veränderungen sowie auf unvorhergesehene Ausgaben. Dazu zählten im vergangenen Jahr insbesondere die Kosten zur Bewältigung der Hochwasserschäden. Dieser schwierige Weg wirke sich noch immer auf die finanzielle Situation aus. Für die kommenden Jahre werde jedoch wieder mit einer Entspannung gerechnet, wie Planungen und Zielvorgaben erkennen lassen.

Zu den großen Projekten zählen unter anderem die Fertigstellung des Klärwerks sowie die Entwicklung rund um das neu geschaffene Rathaus. Auch das ehemalige Pfarrheim wurde übernommen und soll zu einem Kinderhaus ausgebaut werden – künftig unter sehr guten Bedingungen für die Betreuung. Zusätzlich belastete eine nicht vorhersehbare Gewerbesteuerrückzahlung die Gemeindekasse.

Weitere Ausgaben entstanden durch bereits umgesetzte Maßnahmen wie die Erweiterung des Friedhofs, notwendige Sanierungen und Anschaffungen sowie Arbeiten im Vorgriff auf den Hochwasserschutz.

Positiv bewertet wird dagegen die Entwicklung im Gewerbegebiet „Heft“. Auf einer Fläche von rund fünf Hektar laufen seit einigen Wochen die Erschließungsarbeiten. Erste Ansätze für Erschließungsbeiträge konnten bereits im Haushalt berücksichtigt werden. Aufgrund der günstigen verkehrstechnischen Anbindung blickt die Gemeinde optimistisch auf die Entwicklung des erweiterten Gewerbegebietes. Wie sich diese konkret gestalten wird, bleibe jedoch abzuwarten, so der Bürgermeister. Vieles deute darauf hin, dass sich dort künftig auch Betriebe aus dem Bereich der Informationstechnologie sowie weitere gewerbliche Unternehmen ansiedeln könnten.

Der vorgelegte Haushalt fand schließlich die Zustimmung aller Fraktionen im Gemeinderat – auch im Bewusstsein, dass manche Ansätze „eng“ kalkuliert seien. Einig war sich das Gremium jedoch darin, dass die getätigten Ausgaben wichtige Investitionen für eine planbare und sichere Zukunft darstellen. Auch im laufenden Jahr stehen mehrere Pflichtaufgaben an. So ist unter anderem die Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeugs vorgesehen. Dabei arbeitet die Gemeinde mit der Nachbargemeinde Brannenburg zusammen.

Sanierungsbedarf besteht zudem am Dach der Beurer Halle. In diesem Zusammenhang ist geplant, dort auch eine Photovoltaikanlage zu errichten. Ein von einem Fachbüro vorgestelltes Energiekonzept fand im Gemeinderat breite Zustimmung. Demnach sollen geeignete Dachflächen gemeindlicher Gebäude – darunter Beurer Halle, Schulgebäude, Kindergarten und Tennishalle – mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden. Bei den Planungen werden unter anderem der bauliche Zustand der Gebäude, die Ausrichtung der Dachflächen sowie mögliche Verschattungen berücksichtigt.

Weitere Planungen und Kosten betreffen zudem ein Nahwärmekonzept, das entwickelt werden soll. Ausgaben werden außerdem im Schulbereich sowie für den Ausbau gemeindlicher Straßen erwartet.

Auf der Einnahmenseite stehen unter anderem Erschließungsbeiträge für Straße, Kanal und Wasser sowie eine leichte Erhöhung der Grundsteuer B. Die Gewerbesteuereinnahmen sollen sich wieder auf ein „Normalniveau“ von rund 3,5 Millionen Euro einpendeln. Zudem rechnet die Gemeinde erneut mit einer Schlüsselzuweisung von rund 300.000 Euro. Erstmals wird auch eine Zweitwohnungssteuer erhoben, aus der Einnahmen von etwa 135.000 Euro erwartet werden.

Mehrere Bauprojekte im Ortsgebiet

Bauliche Veränderungen prägen derzeit mehrere Bereiche im Ortsgebiet. An der Auerstraße entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Raiffeisenbank-Gebäudes eine neue Wohnanlage. Wenige Meter weiter laufen die Umbauarbeiten am „Auerhof“. Aus dem früheren gewerblichen Betrieb mit Zimmerei und Schreinerei entstehen dort Wohnungen sowie gewerbliche Flächen.

Eine weitere Veränderung zeichnet sich am Ortseingang von Altenmarkt ab, aus Richtung Raubling kommend. Auf dem Gelände des ehemaligen Kohlenlagers und des sogenannten „Pallaufstadls“, der einst als Feuerwehrhaus diente, ist ein Bauprojekt mit neun Wohneinheiten zwischen 44 und 90 Quadratmetern geplant. Die Bauleitplanung wurde entsprechend vorgegeben und eingehalten. Das Grundstück wird auf der Westseite vom Sailerbach begrenzt.

Im Gemeinderat wurde in diesem Zusammenhang vor allem die festgelegte Gebäudehöhe diskutiert. Einige Gemeinderäte verwiesen dabei auf mögliche Auswirkungen durch erhöhten Wasserstand des Sailerbachs bei Hochwasser. Im nördlichen Bereich von Altenmarkt, in Richtung Neuwöhr, haben zudem die Bauarbeiten für eine weitere Wohnanlage begonnen. Dort entstehen in drei Gebäuden insgesamt 25 Wohnungen.

Bericht und Bilder: Thomas Schwitteck –  Die Aufnahme zeigt die laufenden Erschließungsarbeiten im Gewerbegebiet „Heft“ aus Richtung Rohrdorf kommend.

Nr. 30: Umbau und Umgestaltung am „Auerhof“ in Altenmarkt.

Nr. 33 und 36: Bauvorhaben an der Rosenheimer Straße in Altenmarkt, Richtung Neuwöhr. In drei Gebäuden sollen insgesamt 25 Wohnungen entstehen.



Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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