Allgemein

Frühschoppen der CSU in Flintsbach

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Der Saal beim Dannerwirt war an diesem Sonntagvormittag fast bis auf den letzten Platz besetzt. Beim Frühschoppen stellte die CSU Flintsbach ihre Kandidatinnen und Kandidaten für die Kommunalwahl 2026 vor – und machte dabei deutlich, dass Kommunalpolitik hier nicht abstrakt verhandelt wird, sondern im direkten Austausch. Insgesamt sind vier Vorstellungsabende geplant, von denen weitere Termine noch folgen sollen.

Im Mittelpunkt stand Bürgermeister Stefan Lederwascher, der erneut kandidiert. Er sprach über Verantwortung und Kontinuität, über solide Finanzen und Entscheidungen, die oft leise, aber langfristig wirksam seien. Dabei machte Lederwascher deutlich, dass kommunale Politik für ihn nicht darin bestehe, alles gutzuheißen, was „von oben“ komme. Punkte, die er kritisch sehe, müssten offen diskutiert werden – „nur so funktioniert das Große und Ganze“, sagte er. Zugleich betonte er die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden, insbesondere mit Brannenburg. Viele Themen verbänden die Orte, vom gemeinsamen Klärwerk bis zur Mittelschule, und ließen sich nur gemeinsam sinnvoll gestalten.

Lederwascher nutzte den Vormittag auch für einen Rückblick auf die zu Ende gehende Legislaturperiode. Er bedankte sich ausdrücklich beim gesamten Gemeinderat für die vertrauensvolle Zusammenarbeit – und bezog dabei explizit auch die Rätinnen und Räte der anderen Fraktionen mit ein. Kommunalpolitik, so sein Verständnis, funktioniere nur über Parteigrenzen hinweg. Neben Lederwascher traten die Gemeinderatskandidatinnen und -kandidaten ins Gespräch. Vierzehn Namen stehen auf der Liste, dahinter verbergen sich ganz unterschiedliche Lebensläufe. Da ist Johanna Astner, seit vielen Jahren im Gemeinderat und im Vereinsleben verwurzelt, ebenso wie Irmi Baumann, die Verwaltungserfahrung und soziale Themen einbringt. Florian Mayer denkt als Feuerwehrkommandant aus der Perspektive von Einsatzkräften und Ehrenamt, während Georg Astner und Michael Obermair tief im kulturellen und handwerklichen Leben der Gemeinde verankert sind.

Ergänzt wird das Team durch Kandidatinnen und Kandidaten mit analytischem Blick und beruflicher Distanz zur Lokalpolitik: Alexander Hönert bringt Verwaltungskompetenz und strategisches Denken ein, Alexandra Schlosser sachliche Analyse und den Fokus auf Bildung und Familien. Stefanie Huber spricht als Lehrerin über Kinderbetreuung und Schule, Clemens Friemel über nachhaltige Investitionen und wirtschaftliche Verantwortung. Mit Hubert Rohowsky und Thomas Mayer sind zudem zwei vertreten, die den kommunalen Alltag aus der Praxis kennen – aus öffentlichen Einrichtungen und dem Bauhof. Peter Astl verbindet Landwirtschaft und Gastgewerbe, während Tobias Lankes als jüngster Kandidat die Perspektive der nächsten Generation einbringt.

Johanna Astner verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass der Gemeinderat in Flintsbach aktuell einen Frauenanteil von rund 30 Prozent aufweist – ein Wert, der bayernweit keine Selbstverständlichkeit ist. Florian Mayer stellte zugleich eines der zentralen Zukunftsprojekte der kommenden Jahre heraus: den geplanten Neubau eines Feuerwehrhauses, der die Einsatzfähigkeit der Feuerwehren langfristig sichern soll. Es gab auch Wortmeldungen aus dem Publikum. Die Gespräche verliefen offen, teils kontrovers, oft persönlich – immer konstruktiv. Zwischen Kaffeetassen und Weißwürsten wurde diskutiert, nachgefragt, widersprochen und genickt. Prominenten Besuch gab es ebenfalls: Auch der amtierende Landrat Otto Lederer war beim Frühschoppen anwesend, der sich bei der Kommunalwahl 2026 erneut zur Wahl stellt. In den Gesprächen umriss Lederer die Schwerpunkte seines Wahlkampfs: Er setzt auf Kontinuität, solide Finanzen und eine enge Zusammenarbeit innerhalb der kommunalen Familie. Zentrale Themen seien Bildung, wirtschaftliche Entwicklung, Sicherheit und Lebensqualität im Landkreis Rosenheim. Zugleich mahnte er angesichts wachsender finanzieller Belastungen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Mitteln und zu mehr Eigenverantwortung der Kommunen.

Otto Lederer griff auch Themen auf, die die Menschen im Inntal und insbesondere in Flintsbach seit Jahren bewegen. Er wies darauf hin, dass der zunehmende Ausweichverkehr von der A93 auf die Staatsstraßen und die damit verbundenen innerörtlichen Belastungen in den vergangenen Jahren spürbar zugenommen hätten. Gerade nach der Einführung von Fahrverboten komme es nun darauf an, diese Regelungen auch konsequent zu kontrollieren und durchzusetzen. Ausführlich ging Lederer zudem auf den Brenner-Nordzulauf ein. Dabei stellte er klar, dass die oft Bayern zugeschriebene Verzögerung nicht auf die notwendigen und berechtigten Diskussionen im Inntal zurückzuführen sei. Vielmehr habe sich auch der Bau des Brennerbasistunnels selbst zeitlich verschoben. Ein entscheidender Schritt für den Nordzulauf sei die Beschlussfassung im Deutschen Bundestag über den Trassenverlauf und die Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan – ein Prozess, der wiederholt durch politische Prioritäten und Regierungswechsel in Berlin verzögert worden sei.

Hinzu kämen finanzielle und haushaltspolitische Herausforderungen auf beiden Seiten der Grenze. Auch in Österreich hätten Sparmaßnahmen und Prioritätsverschiebungen den Ausbau der Zulaufstrecken verzögert; in Tirol sei der viergleisige Ausbau um mehrere Jahre nach hinten verschoben worden. Lederer machte deutlich, dass es nun darauf ankomme, den politischen Druck aufrechtzuerhalten, um das Projekt insgesamt voranzubringen – im Interesse der Region und einer nachhaltigen Verkehrsentlastung des Inntals.

Am Ende des Vormittags überwog der Eindruck von Zuversicht und Gestaltungswillen. Stefan Lederwascher und das CSU-Team präsentierten sich als verlässliche kommunalpolitische Kraft, die Erfahrung mit Offenheit für neue Ideen verbindet. Auch Landrat Otto Lederer machte deutlich, dass die Herausforderungen der kommenden Jahre nur im engen Zusammenspiel von Gemeinde, Landkreis und Region zu bewältigen sind. Die CSU in Flintsbach setzt dabei auf Dialog, Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg und den Anspruch, politische Entscheidungen stets am Alltag der Menschen auszurichten – ein Kurs, der Stabilität verspricht und zugleich Raum für Entwicklung lässt.

Bericht und Foto: Volkhard Steffenhagen –  Flintsbachs Erster Bürgermeister Stefan Lederwascher und Landrat Otto Lederer stellte bei einem Frühschoppen in Flintsbach den politischen Weg der CSU in der Gemeinde und im Landkreis für die kommenden Jahre vor.

 



Redaktion

Toni Hötzelsperger

Beiträge und Fotos sind urheberrechtlich geschützt!