Natur & Umwelt

Im Einsatz für Kröten, Frösche und Molche

Veröffentlicht von Günther Freund

Nationalpark startet jährliche Maßnahmen zum Amphibienschutz

Damit Kröten, Frösche und Molche auch in diesem Jahr sicher zu ihren Laichgewässern gelangen, hat der Nationalpark Bayerischer Wald nun begonnen, Amphibienschutzzäune zu errichten. Start der jährlichen Maßnahmen war gestern in der Bergerau zwischen Sankt Oswald und Altschönau. Erneut werden an bekannten Laichzug-Hotspots insgesamt rund vier Kilometer Zaun zum Schutz der Tiere vor dem Straßenverkehr errichtet werden.

„Es liegt zwar teilweise noch ein wenig Schnee, spätestens wenn es jetzt dann aber mal wieder regnet, beginnen die Kröten, Frösche und Molche mit ihrer Wanderung zu den Laichgewässern“, erklärt Helmut Hackl, der in der Nationalparkverwaltung im Bereich Arten- und Biotopschutz tätig ist. „Uns bleibt nur ein relativ kleines Zeitfenster, um die Zäune zu errichten.“ Deshalb seien derzeit viele Nationalparkmitarbeiter im Einsatz, um die Maßnahmen möglichst rasch umzusetzen.

„Hier in der Bergerau legen wir diese Woche los aber auch entlang der Nationalparkstraße, zum Beispiel am Knottenbach, der Schleiff oder auch im Reschbachtal bei Mauth bauen wir Amphibienschutzzäune auf“, sagt Hackl. Im Gebiet um den Großen Falkenstein werden ebenfalls Zäune errichtet, wie an der Deffernikbrücke oder in Zwieslerwaldhaus. Für die Aufbauarbeiten werden an den entsprechenden Straßenabschnitten temporäre Baustellen mit Verkehrsampeln eingerichtet.

An Hotspots der Amphibien-Laichzüge werden im Nationalpark insgesamt rund vier Kilometer Schutzzäune errichtet. (Foto: Moritz Roth/Nationalpark Bayerischer Wald)

„Für die kurzzeitigen Verkehrsbehinderungen, die dadurch entstehen können, bitten wir um Verständnis“, sagt Verena Riedinger, in der Nationalparkverwaltung für Naturschutzmaßnahmen zuständig. „Im Anschluss an den Aufbau der Amphibienzäune gilt es, diese täglich zu kontrollieren. Deshalb gilt unser großer Dank den vielen Freiwilligen, Praktikanten und Nationalparkmitarbeitern, die sich dafür über Wochen hinweg engagieren.“ Hinter den Schutzzäunen werden nämlich insgesamt rund 160 Eimer vergraben, in denen die Amphibien bei ihren Wanderungen entlang der Barrieren gesammelt und von den Helfern anschließend über die Straße getragen werden. Ein Einsatz, der sich lohnt, meint die Naturschützerin. „So werden jährlich unzählige Tiere gerettet, die sonst möglicherweise Opfer des Straßenverkehrs geworden wären.“

Auch Nationalparkleiterin Ursula Schuster war beim Start der Amphibienschutzmaßnahme vor Ort und dankte den Beteiligten für ihren Einsatz. „Für den Schutz unserer heimischen Amphibien unternehmen wir seit vielen Jahren große Anstrengungen“, erklärt sie. „Neben den mobilen Schutzzäunen, werden im Zuge der Sanierung der Nationalparkstraße durch das Staatliche Bauamt Passau bald auch fest installierte Querungshilfen errichtet, wie etwa ab Mai zwischen Guglöd und Spiegelau.“ Kröten, Frösche und Molche sollen dort künftig dann auch ohne menschliche Hilfe sicher von ihren Winterquartieren zu den Laichgewässern wandern können.



Redaktion

Günther Freund

1944 in Bad Reichenhall geboren, Abitur in Bad Reichenhall, nach dem Studium der Geodäsie in München 3 Jahre Referendarzeit in der Vermessungs- und Flurbereinigungsverwaltung mit Staatsexamen, 12 Jahre Amtsleiterstellverteter am Vermessungsamt Freyung, 3 Jahre Amtsleiter am Vermessungsamt Zwiesel und 23 Jahre Amtsleiter am Vermessungsamt Freyung (nach Verwaltungsreform mit Vermessungsamt Zwiesel als Aussenstelle). Seit 2009 im Ruhestand, seitdem in Prien am Chiemsee wohnhaft.

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