Am Sonntag, den 1. März fand die 151. Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Steinkirchen am Samerberg statt. Die Floriansjünger bilden zusammen mit dem Verein der Freiwilligen Feuerwehr Rossholzen die aktive Wehr Rossholzen/Steinkirchen und durften im letzten Jahr zusammen ihr 150-jähriges Bestehen feiern. Erster Vorsitzender Martin Huber begrüßte die Versammlung im Gasthof zur Hochries in Eßbaum und bedankte sich in aller erster Linie bei allen Mitwirkenden, Helfern, Firmen, Sponsoren, der aktiven Wehr und allen, die dazu beigetragen haben, dass dieses Fest so stattfinden konnte.
Zwar, so bedauerte er, waren zwei der Veranstaltungen vom 12. bis zum 16. Juni weniger gut besucht. Dennoch konnten die beiden Feuerwehrvereine Steinkirchen und Rossholzen schwarze Zahlen nach der Festwoche verzeichnen. Auch Martin Huber erhielt nach der Festwoche als erster Vorsitzender und einer der verantwortlichen Kräfte im Festausschuss eine Ehrengabe als Dankeschön überreicht. Wenn es jedoch nach ihm ginge, hätte jeder einzelne Helfer diese Ehrengabe verdient, denn ohne jeden Einzelnen wäre solch eine Aufgabe nicht zu Stämmen gewesen. So ein Fest verbinde alle Generationen und den Zusammenhalt im ganzen Verein. Er bedankte sich auch noch einmal beim ersten Bürgermeister Georg Huber, für die Übernahme der Schirmherrschaft. Sein persönliches Fazit zum Fest sei zufriedenstellend, es sei größtenteils gut besucht gewesen und dass das Fest ohne Unfälle verlief, sei für ersten Vorsitzenden Martin Huber die Hauptsache gewesen. Auch erste Kassiererin Christine Wagner konnte in ihrem Kassenbericht zufriedenstellende Zahlen erwähnen. So konnten beide Feuerwehrvereine zusammen, die zum Zweck der Veranstaltung eine GbR gegründet hatten, rund 10.800 Euro Gewinn verzeichnen. Die Kassiererin wurde im Anschluss an ihren Bericht von den Kassenprüfern und der Versammlung einstimmig entlastet.
Auch erster Kommandant Andreas Huber war bei der Versammlung anwesend um seinen Bericht rund um das aktive Jahr der Wehr vorzustellen. Im Jahr 2025 konnte die aktive Feuerwehr Rossholzen/Steinkirchen stolz auf 47 Mitglieder blicken. Auch der Frauenanteil werde stärker, mittlerweile seien drei Frauen bei der Wehr. Die Jugendmannschaft verzeichne 16 Mitglieder. Außerdem seien 8 Gruppenführer und 1 Zugführer in ihren Reihen. Die aktive Mannschaft führte im letzten Jahr 28 turnusmäßige Übungen durch. Hinzu kamen zwölf zusätzliche Übungen wie beispielsweise für Leistungsprüfungen, den Atemschutz, die Kriechstrecke, Winch-Übungen mit dem Helikopter und vieles mehr. Auch die Auffrischung des erste Hilfe Lehrgangs, diverse Geräteprüfungen und die Prüfung der Ausrüstung nach den Einsätzen gehören zu den wichtigen Aufgaben der Floriansjünger am Samerberg. Im Jahr 2025 musste die Freiwillige Feuerwehr Rossholzen/Steinkirchen zu insgesamt 27 Einsätzen ausrücken. 14 davon waren technische Hilfeleistungen, 9 davon Brandeinsätze. Zu den wohl spektakulärsten und auch seltensten Einsätzen gehörte wohl der Fund einer Panzerfaustgranate in der Samerberger Filze. Die Granate wurde kontrolliert gesprengt und so etwas komme am Samerberg natürlich nicht alle Tage vor. Bei den Brandeinsätzen waren 5 Einsätze Alarmierungen für die Flughelferstaffel zu Bergwaldbränden außerhalb des Landkreises, 3 Alarmierungen einer Brandmeldeanlage und ein Großbrand im benachbarten Nußdorf. Ein großes Dankeschön galt der Gemeinde für die Ausrüstung der aktiven Wehr mit der neuen Einsatzkleidung. Außerdem berichtete erster Kommandant Andreas Huber von einem Notstromgenerator, der erfreulicher Weise letztes Jahr vom Landkreis Rosenheim übernommen werden konnte. Die aktive Feuerwehr sei sehr zufrieden mit dem Gerät, welches bereits beim 150-jährigen Jubiläum im Juni seinen ersten Einsatz fand. Erster Kommandant Andreas Huber ist sich sicher, dass das Aggregat auch für die Gemeinde eine gute Errungenschaft sei.
Im Anschluss durfte der Verein drei seiner langjährigen Mitglieder für ihre Treue und Einsatzbereitschaft belohnen. Christine Wagner und Markus Wörndl erhielten von Kreisbrandinspektor Martin Gruber eine Urkunde für 25 Jahre aktiven Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr und das Bayerische Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber. Franz Estermann wurde für 40 Jahre aktiven Dienst geehrt und erhielt neben einer Urkunde das Bayerische Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold. Er darf sich außerdem über eine Woche Aufenthalt im Feuerwehrerholungsheim in Bayerisch Gmain freuen. Diese Belohnung vergibt der Freistaat Bayern für langjährige Feuerwehrleute. Auch erster Bürgermeister Georg Huber bedankte sich für den langjährigen Einsatz und überreichte den dreien einen Steinkrug der Gemeinde Samerberg.
Im Anschluss erhielt erster Bürgermeister Georg Huber das Wort und betonte noch einmal, wie wichtig das Jubiläumsfest im vergangenen Jahr für die Mannschaft war. Ganz gleich, ob die eine oder andere Veranstaltung nicht ganz so gut besucht war, oder man sich vielleicht zum Schluss ein bisschen mehr in der Vereinskasse gewünscht hätte. Was unterm Strich übrig bleibe seien doch die gemeinsamen Erinnerungen an ein gelungenes Fest. Auch in der Öffentlichkeit haben die beiden Feuerwehrvereine gezeigt, was sie zusammen auf die Beine stellen konnten und das sei eine absolute Bereicherung für die Feuerwehr und auch die Gemeinde Samerberg gewesen. Sein absoluter Höhepunkt sei der Festgottesdienst auf dem freien Hügel im Ortsteil Haus gewesen. Bei Kaiserwetter und vor einer eindrucksvollen Bergkulisse, die man so schnell nicht mehr vergesse. Er bedankte sich im Anschluss bei der Freiwilligen Feuerwehr Steinkirchen für die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde und betonte noch einmal, dass das neue Einsatzgewand für die aktive Wehr eine Belohnung sei, die er als Bürgermeister von Herzen gerne überbringen durfte. Auch habe natürlich der Feuerwehrbedarfsplan, welcher kürzlich im Gemeinderat beschlossen und vorgestellt wurde, große Schlagzeilen gemacht. Er sehe es mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Sicherlich sei er als Bürgermeister im Vorfeld gewarnt worden, dass da einiges auf die Gemeinde zukäme, auf der anderen Seite habe man nun eine genaue Bestandsaufnahme was die Feuerwehren am Samerberg zu bieten haben und wo die Gemeinde in Zukunft ihre Schwerpunkte bei der Optimierung setzten muss.
Genau das sei in Zukunft der springende Punkt: seine Nachfolger im Bürgermeisteramt und im Gemeinderat müssen nun priorisieren und genau abwägen, was bei Beschaffungen und Optimierungen Vorrang habe. Erster Bürgermeister Georg Huber gratulierte in Abwesenheit auch Kreisbrandrat Richard Schrank zur Wiederwahl. Man könne froh sein, eine so verlässliche Person auch weiterhin als konstanten Ansprechpartner zur Seite zu haben. Er sei sich sicher, dass die Freiwillige Feuerwehr Rossholzen/Steinkirchen in den vergangenen Jahren gezeigt habe, dass sie für sämtliche Einsätze, ob Starkregenereignisse, Großbrände, oder Bombenfunde wie im letzten Jahr bestens gerüstet sei. Die Freiwilligen Feuerwehren am Samerberg haben einen bedeutenden Stellenwert und dies werde er auch von Herzen an seine Nachfolger im Bürgermeisteramt und im Gemeinderat so weitergeben.
Auch Kreisbrandinspektor Martin Gruber war zu Gast bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung und berichtete den Anwesenden von den Geschehnissen auf Landkreisebene. Die Umstellung auf die digitale Alarmierung sei so gut wie abgeschlossen. Was noch etwas andauere sei die Umrüstung auf die digitalen Sirenen. 40 von insgesamt 170 Stück im Landkreis seien bereits umgestellt worden. Auf Grund des Sirenenförderprogrammes auf Landesebene, wofür die verheerenden Fluten im Ahrtal mit ausschlaggebend waren, dauere dies noch etwas an. Die Wartelisten seien noch lang und das Programm voll ausgeschöpft. Gleichzeitig konnte Martin Gruber im letzten Jahr auf erfreuliche 4.700 Teilnehmer in zahlreichen Lehrgängen auf Landkreisebene zurückblicken. Ein großer Dank gilt dabei den Ausbildern, die dies erst möglich machen. Auch der Ausbau des Katastrophenschutz-Systems im Landkreis Rosenheim durch die Stationierung von Wechselladerfahrzeugen mit zugehörigen Abrollbehältern schreite voran. In Wasserburg wurde eine mobile Atemschutzübungsanlage in Modulbauweise installiert. Sie soll vorerst im nördlichen Landkreis stationiert bleiben. Vom 15. April bis zum 06. Mai sei in Kolbermoor ein elektrischer Fahrsimulator stationiert. Kreisbrandinspektor Martin Gruber berichtete außerdem über die zunehmende Mannschaftsstärke im Landkreis Rosenheim. So seien derzeit bei dem aktiven Wehren 6.682 Mitglieder, bei den Jugendfeuerwehren 1.145 Mitglieder und bei den Kindern 116 Floriansjünger zu verzeichnen. Dies seien insgesamt 30 Personen mehr, als im Vorjahr. Er betonte außerdem, dass eine Feuerwehr nicht an der Anzahl der Einsätze bemessen werde. Ein Sprichwort sage „Eine gute Feuerwehr sei jene, die man gar nicht brauche“. Gleichzeitig mahnte Kreisbrandinspektor Martin Gruber im Umgang mit Dachsenfeuer. Er appellierte an die Vernunft und bat die Bevölkerung auch immer die Wetterlage in Betracht zu ziehen.
KBI Martin Gruber hob noch einmal das Jubiläumsjahr der Freiwilligen Feuerwehr Rossholzen/Steinkirchen hervor. Auch das gemeinsame Feiern gehöre dazu. Er bestärkte die Floriansjünger und gab ihnen auf den Weg auch in Zukunft zusammenzuhalten und die Kameradschaft zu leben. Er bedankte sich auch noch einmal beim ersten Bürgermeister Georg Huber, der sich in der nächsten Amtsperiode nicht mehr zu Wahl stellt, für die langjährige und gute Zusammenarbeit. Gerade die neuen Schutzanzüge für die aktive Wehr in Rossholzen sei eine wichtige Investition gewesen. Er könne bei den Feuerwehren am Samerberg keine Nachteile für die im Einsatz Betroffenen feststellen. Die Samerberger Floriansjünger seien immer schnell am Einsatzort gewesen. Für den Feuerwehrbedarfsplan legte er ans Herz, das in Angriff zu nehmen, was wirklich wichtig sei. Kreisbrandinspektor Martin Gruber bedankte sich zum Schluss bei den Kameraden für ihre Arbeit und wünschte ihnen für die Zukunft, dass sie bei allen Einsätzen wieder gesund nach Hause kommen.
Im Anschluss ergriff erster Vorsitzender Martin Huber noch einmal das Wort und bedankte sich beim ersten Bürgermeister Georg Huber für die langjährige Zusammenarbeit. Er habe stets ein offenes Ohr für die Feuerwehren gehabt. Zur Erinnerung erhielt erster Bürgermeister Georg Huber zwei Gruppenbilder der Feuerwehr Steinkirchen und der aktiven Wehr in Rossholzen, welche letztes Jahr im Rahmen des Jubiläums gemacht wurden. Erster Bürgermeister Georg Huber war sichtlich gerührt und bedankte sich für das Präsent. Manche Ereignisse, wie beispielsweise die Leistungsabzeichen bei Wind und Wetter werden ihm sicher lange in Erinnerung bleiben.
Bei den Wünschen und Anträgen beschloss die Versammlung einstimmig die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge von bisher 10€ auf 15€, da laut erstem Vorsitzenden Martin Huber am Ende eines regulären Vereinsjahres nicht mehr viel übrigbleibe.
Auch Martin Deindl, erster Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Rossholzen, bedankte sich für die gute Zusammenarbeit nach einem intensiven Festjahr. Viele Helfer seien nicht nur tagelang, sondern wochenlang im Einsatz gewesen. Nur so konnte ein reibungsloses Jubiläum stattfinden. Er bedankte sich außerdem für die Arbeit des ersten Kommandanten Andreas Huber. Es seien so viele Sachen, die er im Hintergrund abarbeite. Johannes Huber, zweiter Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Steinkirchen lobte abschließend noch extra dein Einsatz aller Firmen, die beim Fest im letzten Jahr mitgeholfen haben. Egal ob Radlader, Bauzäune, diverse Gerätschaften, Maschinen oder Einsatzstunden. Man brauchte nur zu fragen, die tatkräftige Unterstützung kam von allen Seiten. Zum Schluss beendete erster Vorsitzender Martin Huber die Versammlung mit dem Leitspruch „Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr“.
Bericht und Bilder: Susanne Deindl
Bild 1 Ehrung der langjährigen Mitglieder von links nach rechts: 1. Vorsitzender Martin Huber, 1. Bgm. Georg Huber, Franz Estermann (Ehrung 40 Jahre), Christine Wagner (Ehrung 25 Jahre), KBI Martin Gruber, Markus Wörndl (Ehrung 25 Jahre), 1. Kommandant Andreas Huber
Bild 2 Danksagung 1. Bgm. Georg Huber von links nach rechts: 2. Vorsitzender Johannes Huber, 1. Bgm. Georg Huber, 1. Vorsitzender Martin Huber





