Pittenhart: Knapp eine Woche ist seit der Kommunalwahl vergangen und für den neu gewählten Bürgermeister Sebastian Unterhuber kehrt langsam wieder der Alltag ein. „Jetzt hab ich es kapiert was passiert ist“ sagt er bei unserem Gespräch. Die letzten Tage waren sehr turbulent, Anrufe über Anrufe und das ging schon am Wahlabend los.
Traunsteins Landrats Andreas Danzer beglückte den Ortsvorstand der Freien Wähler Pittenhart zu seinem hervorragenden Wahlsieg. Mit 59,0 % hat Unterhuber die Wahl für sich entschieden und löst somit Sepp Reithmeier (CSU) nach 12 Jahren im Bürgermeisteramt ab. Das Telefon stand die letzten Tage bei Unterhuber nicht still, aus allen Richtungen haben sich Freunde, Partei- und Arbeitskollegen bei ihm gemeldet und beglückwünschten ihn zur Wahl des ersten Bürgermeisters der Gemeinde Pittenhart. Bis spät in die Nacht wurde der Sieg bei ihm aufn Hof in Aindorf gebührend gefeiert.
Die Redewendung „die Früchte seiner Arbeit ernten“ bedeutet für den Riabe Wast nicht nur, dass seine Arbeit im Pittenharter Gemeinderat, dem er seit 2021 angehört, von den Pittenharter Gemeindebürger gewürdigt wurde, unter der Redewendung versteht der Landwirt auch Früchte der Arbeit am elterlichen Hof, den er vor einigen Jahren übernommen hat, zu ernten. Mit sehr viel Herzblut bewirtschaftet er den Milchviehbetrieb, lebt in Einheit mit der Natur und den Jahreszeiten.
Gerade die Natur, besonders seine Kühe liegen ihm sehr am Herzen, die nicht nur Nutztiere sind, sondern für ihn einen großen Stellenwert bedeuten, hat doch jede seiner „Mädels“ einen Namen, bei dem er sie auch ruft. Die Arbeit am Hof und im Stall sieht der angehende Gemeindechef als eine wichtige Aufgabe und wie er sagt, wird sie ihn künftig auch einen Ausgleich zu der Arbeit im Gemeindeamt bieten.
Den Sommer, die Erntezeit auf Wiesen und Felder liebt er besonders, wie er sagt. Die langen Tage, Sonne und angenehme Temperaturen bringen ihn zum Schwärmen. Zum Schwärmen bringt ihn aber auch, wenn es um Erzählungen über seine Partnerin Pia und um die gemeinsame Tochter Marlene geht. Die kleine Familie freut sich auf die neue Herausforderung, von der sie jetzt schon wissen, dass sie einige Veränderungen in ihren Alltag bringen wird. Fest steht für seine Pia, dass sie immer hinter ihm stehen, so gut es geht wird sie ihm den Rücken freihalten wird und wie Wast erzählt, werden Frau und Kind immer primär im Fokus, neben den ganzen Arbeiten rund um sein Bürgermeisteramt, stehen.
Von seinem Job beim Forstunternehmen von Hans Huber, bei dem Sebastian Unterhuber seit Jahren beschäftigt ist, hat er sich inzwischen verabschiedet. Schweren Herzen habe er gekündigt, verbinden ihn doch mit Hans Huber über viele Jahre berufliche und freundschaftliche Erlebnisse. Schon bei seiner Ausbildung, zum Landmaschinenmechaniker, bei der Firma Freilinger in Obing haben Hans als Geselle und Waste als Lehrling, zusammengearbeitet. Später dann ist Hans Huber sein Chef geworden und gerade ihm ist er sehr dankbar, dass er ihn in der Zeit des Wahlkampfes immer unterstützt hat und er seine Arbeitszeit entsprechend den anstehenden Verpflichtungen anpassen konnte.
Für seine künftige Aufgabe als Oberhaupt der Gemeinde Pittenhart möchte sich Sebastian Unterhuber richtig auf den Weg machen. Die Zeit bis zur Amtseinführung Anfang Mai wird er nutzen sich entsprechend vorzubereiten. Seine Familie, besonders seine Mama Rita und die Geschwister haben ihm ihre Unterstützung zugesagt, zusammen werden sie sich in dieser Zeit verstärkt um Hof und Tiere kümmern.
Sein Wahlversprechen, eine offene, transparente Zusammenarbeit im Gemeinderat und ein respektvoller Umgang mit Gremium und Bürger ist für Unterhuber keine Floskel, sondern eine Herzensangelegenheit. Schließlich habe ihm sein Mentor und Freund, der im August 2025 verstorbene Engelbert Buchner sehr geprägt und viel auf den Weg mitgegeben. Die von Buchner aufgezeigten Werte werden ihn auch als künftigen Bürgermeister begleiten und wie Unterhuber sagt, ist er Engelbert Buchner und seiner Familie für all die Unterstützung und Wegbegleitung sehr dankbar.
Mit einem festen Vorsatz geht der künftige Bürgermeister in seine Amtsgeschäfte: „Meine Offenheit, die Menschennähe und den gegenseitigen Respekt werde ich versuchen mir zu bewahren und ich möchte immer ein offenes Ohr für die Gemeindebürger zu haben“. Gemeinsam mit dem Gremium soll der Weg für die Zukunft der kleinen Gemeinde im nördlichen Landkreis Traunstein gegangen werden.
Bericht und Bilder: Emmy Künzner-Hingerl
Für den Milchbauern sind seine Kühe nicht nur Nutztiere, ihr Wohlergehen liegt ihm sehr am Herzen
Als Landwirt ist es für den Riabe Waste eine Selbstverständlichkeit mit der Natur und den Jahreszeiten zu Leben und zu Arbeiten. Gerade der Gedanke an die schönen Sommertage bringen ihn zum Schwärmen
Was den Riabe Waste auch zum Schwärmen bringt, sind die Erzählungen über seine Tochter Marlene, die wie ihre Mama Pia immer an primärer Stelle des künftigen Bürgermeisters stehen werden.
Seit 13 Jahren sind Sebastian und Pia zusammen, haben in ihrem Leben schon einiges gemeistert, bewusst ist den Beiden, dass das Bürgermeisteramt von Sebastian bestimmt Veränderungen in ihrem Alltag mit sich bringt, auf die sich freuen und auch weiterhin gemeinsam meistern werden.








