Natur & Umwelt

StayWildBohemia

Veröffentlicht von Günther Freund

Grenzüberschreitendes Forschungsprojekt untersucht Wechselwirkungen zwischen Besuchern und Wildtieren

Rund 4 Millionen Menschen besuchen jährlich die beiden Nationalparks Šumava und Bayerischer Wald und die Region um den Dreisessel. Ein neues grenzübergreifendes Forschungsprojekt namens „StayWildBohemia“ untersucht nun detailliert, welchen Einfluss Besucher auf die dort lebenden Wildtiere und das Ökosystem haben. Neben den beiden Nationalparkverwaltungen sind auch die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) und der Forstbetrieb Neureichenau der Bayerischen Staatsforsten Partner dieses umfangreichen Projekts.

„Das Spannende und Neue an diesem Interreg-Projekt ist, dass wir erstmals wildtierökologische und sozialwissenschaftliche Fragestellungen miteinander verschneiden“, erklärt Dr. Stefanie Döringer, Projektmitarbeiterin in der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald. „Davon erhoffen wir uns genauere Erkenntnisse zu den Wechselwirkungen zwischen Erholungssuchenden, Wildtieren und deren Lebensräumen. Eine zentrale Frage dabei ist, wie neue Trends in der Erholungsnutzung, wie zum Beispiel, ein veränderter Aktionsradius von Besuchenden durch Tourenplanungs-Apps, sich auf sensible und ökologisch relevante Arten, wie Auerhuhn oder Hirsch, auswirken.“

Auch die verschiedenen Aktivitäten, wie Wandern und Radfahren, deren Intensität und mögliche räumliche und zeitliche Veränderungen werden untersucht. Neben Besucherzählungen ist auch eine Besucherbefragung in den beiden Nationalparken sowie im Gebiet des Forstbetriebs Neureichenau geplant. „Mit der Befragung wollen wir herausfinden, wie die Menschen die Tiere in freier Wildbahn wahrnehmen und den Einfluss von Erholungsaktivitäten auf Flora und Fauna einschätzen“, schildert Stefanie Döringer. „Am Ende soll eine grenzübergreifende Strategie stehen, die allen zugutekommt, und den Bedürfnissen von Besuchern und Wildtieren gleichermaßen gerecht wird.“ Auch an einer neuen Form interaktiver grenzüberschreitender Besucherlehrpfade wird gearbeitet.

Das Projekt „Interaktion zwischen der Freizeitnutzung des Gebiets und den Ökosystemen im Böhmerwald“ – kurz „Stay wild Bohemia“ – wird vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des Interreg-Programms gefördert.



Redaktion

Günther Freund

1944 in Bad Reichenhall geboren, Abitur in Bad Reichenhall, nach dem Studium der Geodäsie in München 3 Jahre Referendarzeit in der Vermessungs- und Flurbereinigungsverwaltung mit Staatsexamen, 12 Jahre Amtsleiterstellverteter am Vermessungsamt Freyung, 3 Jahre Amtsleiter am Vermessungsamt Zwiesel und 23 Jahre Amtsleiter am Vermessungsamt Freyung (nach Verwaltungsreform mit Vermessungsamt Zwiesel als Aussenstelle). Seit 2009 im Ruhestand, seitdem in Prien am Chiemsee wohnhaft.

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