Leitartikel

Trauer um Berichterstatter Hans Thümmler

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Sechs Jahrzehnte im Dienste der Chiemgau-Zeitung – Kurz nach seinem 94. Geburtstag ist der langjährige, allseits bekannte Freie Mitarbeiter der Chiemgau-Zeitung Hans Thümmler aus Prien a. Chiemsee verstorben.

In seinem Requiem, das vom Trio Eisner (Flöte, Gesang), Summerer (Geige, Gesang) und Ebel (Gitarre) musikalisch umrahmt wurde, ging Pfarrer Philipp Werner in der Priener Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt auf das Leben und Wirken des Verstorbenen ein.

Hans Georg wurde 1931 als Erstgeborener in die Familie der Eheleute Hans und Franziska Thümmler in Rimsting hineingeboren. Gemeinsam mit seinen Geschwistern Manfred und Rosemarie wuchs im alten Postgebäude Nähe Rimstinger Bahnhof auf. Während der damaligen Kriegswirren verbrachte er in den Ferien viel Zeit seiner Kindheit bei den Großeltern in Ingolstadt. Da sein Vater bei der Deutschen Reichsbahn (jetzt Deutsche Bahn) in Prien am Bahnhof beschäftigt war, siedelten seine Eltern von Ingolstadt über Rimsting nach Prien. Dort bauten sie sich nach einigen Jahren ein Haus, in dem die drei Geschwister aufwuchsen.

Hans besuchte Schulen in Prien, Wasserburg und schließlich die Handelsschule in Kolbermoor. Als ihm sein Vater nach dem Abschluss mitteilte, dass er bei der Bahn eine Ausbildung beginnen könne, erfüllte sich ein lang gehegter Wunsch. So wurde er wie sein Vater und Großvater “Bahner” in der Dritten Generation. In der Folge arbeitete Hans viele Jahre als Fahrdienstleiter in Prien, Bad Endorf und Übersee. Später wechselte er zur Krankenkasse der Beamten (KVB) nach Rosenheim, wo er bis zu seiner vorzeitigen Pensionierung 1985 im Innendienst tätig war.  1957 lernte er seine Katharina „Käthi“ Krämmer beim Tanzen kennen und lieben; bereits zwei Jahre später läuteten die Hochzeitsglocken. Die Familie wuchs um die Kinder Peter und Petra sowie später noch um die Enkel Raphael, Anna und Valentin, die sein ganzer Stolz waren.

1961 wurde Hans auf eine Annonce des Oberbayerische Volksblatt (OVB) aufmerksam, in der ein freier Mitarbeiter zur Berichterstattung gesucht wurde. Seine Bewerbung fang Anklang und von da an sollte die „Schreiberei“ zu seiner zweiten beruflichen Passion werden, die er letztlich 60 Jahre voller Enthusiasmus ausübte.

Hans schrieb sowohl für die Chiemgau-Zeitung als auch für umliegende Regionalzeitungen über Vereinsarbeit, lokale und kirchliche Geschehen. Unter anderem war er Berichterstatter für die Gemeinden Rimsting, Greimharting, Gstadt, Gollenshausen, Breitbrunn und Fraueninsel. Jeden Mittag musste das Geschriebene nebst Foto fristgerecht in die Priener Redaktion verbracht werden. Seine Käthi erzählte im Gespräch mit der Zeitung, dass sogar der eigene Urlaub nach den anfallenden Schreibarbeiten geplant wurde.

Der Paradigmenwechsel von der analogen zur digitalen Berichterstattung sowie Bildbearbeitung gelang dem affinen Pressemann mit Unterstützung seiner Kinder fast problemlos. Im Jahre 2021 verabschiedete sich er nach insgesamt 60 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand.

Fast Zeitgleich erfuhr Hans durch die Verleihung der Bürgermedaille der Gemeinde Rimsting für sein „außergewöhnliches Engagement als unermüdlicher Berichterstatter“ von OVB und Gemeindeblatt eine große Ehrung.

Zu seinen Hobbys zählten Radlfahren bis ins hohe Alter, Wandern in den Südtiroler Bergen und der jährliche Urlaub ans Meer. Ein tägliches Ritual war das Lesen der Chiemgau-Zeitung. Aber auch das Schicksal machte vor Hans keinen Halt, musste er 2024 noch seiner Schwester ins Grab nachschauen. In der letzten Zeit hatte er mit gesundheitlichen Problemen zu tun, wurde aber Zuhause von seiner Familie bis zum Schluss fürsorglich betreut.

Bei der Trauerfeier bedankte sich Bürgermeister Andreas Fenzl am offenen Grab für das Engagement des Verstorbenen.

Bericht: Tschalie Wastl – Archiv-Fotos: Hötzelsperger (Hans Thümmler 2017 bei einer Veranstaltung in Rimsting-Greimharting und 2018 bei einer Veranstaltung im Irmengardhof in Gollenshausen)



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Toni Hötzelsperger

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